Bedenkliches

Nebel

Heimtückisch und Besitz ergreifend.
Von hinten.
Ohne dass man ihn merkt.
Die Augen verbindend.
Von vorn.
Wabernd und still über seinen Opfern. 

"Dichter Nebel forderte zehn Tote,
zwanzig Schiffe verloren
in den Nordsee den Kurs."

Umnebelt
Lebt man gefährlich.





Zeit, die übrig bleibt

Jede Stille scheint umdrängt
vom Lärmen der Welten:

Rauschen der Autobahn,
Überschallknall des Jets,
Hämmern der Music-Box,
Oberflächliches Gerede von Toten,
Werben von Marktschreiern,
Baulärm überall. 

Aber ich lehne mich zurück
in die Zeit der Stille,
die übrig bleibt:
Ewigkeit.





Eine Entdeckung beim Lesen

In einem alten Buch,
auf dem der Fluch
des Vergessens lastet,
las ich ein Wort, das verkarstet
zwischen den Zeilen stand:

"Es geht durch diese Welt
ein Wort und reißt alles mit sich fort,
was sich ihm entgegen stemmt:
Liebe."

Lange blieb meine Auge
auf diesen Zeilen ruhen.
Und ich gedachte der Tränenfelder
und der gelichteten Wälder,
die in unseren Seelen liegen.

"Es geht durch diese Welt
ein Wort und lässt erblühen jeden Ort,
in dessen Erde es fällt:
Liebe."